Der Bachelor ist ein sechssemestriger Studiengang, der zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt. 

Psychologiestudium – mit Psychologie in der Wirtschaft

Herauszufinden, welcher Weg für einen der richtige sein mag, ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben zum Ende der Schullaufbahn. Eine Frage, auf die es kein richtig oder falsch gibt, auf die einem andere keine Antwort geben können und zu welcher es unzählige Meinungen gibt. Grundsätzlich verlangt jedoch niemand von euch, dass ihr bereits wisst, was ihr in zehn oder 20 Jahren machen wollt, trotzdem solltet ihr euch Ruhe und Zeit nehmen, um der möglichen Antwort auf diese Frage auf den Grund zu gehen.

Ich in meinem Fall habe mich nach meiner Schullaufbahn zunächst für das Studium der Volkswirtschaftslehre entschieden. Ein wesentlicher Grund hierfür waren meine Schulnoten, da meine Leistungskurse auch Mathe und Sozialwissenschaften waren und ich diese Themen interessant fand. Bereits im ersten Semester wurde mir jedoch klar, dass gute Noten nicht mit Interessen gleichzusetzen sind. Also entschloss ich mich für einen Wechsel zum Studium der Psychologie. Man könnte über diese Fachrichtung wohl Bände schreiben, aber ich werde versuchen, euch einen groben Umriss zu zeichnen.

Die Psychologie ist eine vergleichsweise junge Forschungsdisziplin und setzt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen auseinander. Es geht also um Fragen wie: Warum sind wir Menschen so unterschiedlich? Wie verarbeiten wir Informationen jeglicher Art? Wie entstehen Störungen im Verlauf einer jeden Entwicklung und warum erkranken manche daran, wohingegen andere gesund durch ihr Leben wandern? Hierbei gilt es im Auge zu behalten, dass die Psychologie eine Fachrichtung ist, welche sich sowohl im Bereich der Naturwissenschaften als auch der Gesellschaftswissenschaften befindet. So wird sich sowohl mit philosophischen Fragestellungen, als auch mit handfester Naturwissenschaft beschäftigt und zum Ende des Studiums werdet ihr vieles über das Gehirn, seine neuronale Funktionsweise und die Wechselbeziehung mit dem Körper, aber auch gleichzeitig mit Themen wie  Epidemiologie, Gruppendynamiken oder je nach Studienschwerpunkt mit Marketing oder Medienpsychologie wissen.

Wichtig ist, wenn man sich das Studium der Psychologie vorstellen kann, sich klar zu machen, dass dieses Studium sehr lernintensiv ist. Man sagt, das Gehirn hat mehr Synapsen als der Amazonas Regenwald Blätter und somit ist man mit einer hohen Komplexität und auch verschiedenen Strömungen innerhalb der Psychologie konfrontiert. Auch Mathe in Form von Statistik ist ein wesentlicher Bestandteil des Studiums und kann bis zu einem Viertel der Zeit ausmachen. Dennoch lohnt sich das Studium absolut und ihr werdet viel über euch und andere lernen.

Für den Weg nach dem Studium seid ihr nicht auf den klinischen Pfad eingeschränkt. Viele glauben vielleicht, dass man mit einem Studium in der Psychologie Psychologe oder Psychiater wird, jedoch hat mich zum Beispiel der Weg in die Wirtschaft geführt. So bin ich nach meinem Studium zunächst als Berater für ein IT-Unternehmen aktiv gewesen, war im weiteren Verlauf als Führungskraft tätig und habe dann ein Unternehmen als Geschäftsführer geleitet. Das Psychologiestudium kann hier helfen, da man in der Zusammenarbeit mit anderen vielleicht sensibler auf verschiedene Situationen reagieren kann und sich schneller mit der Frage auseinander setzt, warum die Menschen so handeln, wie sie es tun. Dies ist auch ein Grund, warum viele nach dem Studium im HR-Bereich arbeiten und Unternehmen dabei helfen, Mitarbeiter weiter zu entwickeln oder die richtigen Mitarbeiter auszuwählen.

Euer Werdegang ist nicht durch euer Studium festgelegt und eure Interessen können sich im weiteren Verlauf des Lebens noch immer weiterentwickeln. Das Studium stellt lediglich eine Grundlage für euren Werdegang dar und bietet eher eine Möglichkeit, mehr über eure Stärken und Schwächen zu lernen. Ich befinde mich nun beispielsweise in einem MBA-Studium, welches sich eher an BWL, Mitarbeiterführung und Strategieentwicklung orientiert und somit nicht mehr allzu viel mit meinem Psychologie-Studium zu tun hat. Das perfekte Studium gibt es nicht und es ist wie mit allen Dingen im Leben, es gibt Vor- und Nachteile. Macht euch daher nicht allzu großen Druck und fragt euch vielmehr, welche Themen euch wirklich interessieren, um diesen dann eine Chance zu geben. Hierbei solltet ihr euch nicht beeinflussen lassen, da euch niemand so gut kennt, wie ihr euch selber.

Wer noch Fragen hat, kann mich kontaktieren h.suilmann@web.de.

                                                                                                                             

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